Die Paramente und Antependien

Alles, was wir wertschätzen, behandeln wir mit besonderer Sorgfalt. In unseren
Kirchen ist es der Altar, der herausgehoben ist. Von hier schicken wir
unsere Gebete zu Gott, von hier wird der Segen erteilt. "Symbolisch ist der
Altar als ein Platz Gottes zu verstehen." Darum schmücken wir ihn nicht nur
mit Kerzen und Blumen, sondern auch mit Tüchern, den Paramenten und
Antependien.
Die Wörter Antependium (das Herabhängende) und Parament (das Bedeckende)
kommen aus dem Lateinischen. Zu den Paramenten gehören eine
weiße Leinendecke, die den Altar abdeckt und Tücher, mit denen das Abendmahlsgeschirr
im Gottesdienst bis zur eigentlichen Feier abgedeckt wird. Sie
wurden von Frauen unserer Gemeinde angefertigt und gestiftet.
Zwei besonders kostbare Paramente hängen nach ihrer aufwendigen Restaurierung
im Seitenschiff. Eine goldfarbige Pailettenstickerei auf kostbarem
Seidendamast zieren diese Tücher mit folgenden Aufschriften:

Parament alt1

 

1."Lasset uns Ihn lieben. J.J.S. von
der Horst, geb. v. Langen . 1790"

Parament alt2

 

2. "Kommet her alle die Ihr mühselig
seyd. Ich will euch erquicken.
J.J.S. von der Horst, geb. v. Langen
1790"

Wie aus den Inschriften hervorgeht, sind sie gestiftet von Isabella Judith

Sophie von der Horst, geb. von Langen im Jahre 1790.
Vor dem Altar hängt ein Antependium. Auch an der Kanzel
ist ein kleineres zu sehen. Diese Antependien haben
unterschiedliche Farben und Symbole. Die Farben und
Symbole wollen uns auf das Kirchenjahr hinweisen, das
anders als das Kalenderjahr mit dem 1. Advent beginnt.
Zu Beginn des Kirchenjahres, der Adventszeit, hat das
Antependium die Farbe violett, die Farbe der Einkehr und
Buße und Vorbereitung auf Weihnachten. Das Symbol
auf diesem Tuch ist ein Stern.
In der Passionszeit ist wieder das violette Antependium zu sehen. Die Passionszeit
will uns vorbereiten auf das andere bedeutende Fest: Ostern. Jetzt
erinnert der Stern an eine Dornenkrone.
An den hohen Festtagen Weihnachten und Ostern hat das Antependium die
Farbe weiß, die Christusfarbe (die eigentlich keine Farbe ist). Damit soll
symbolisiert werden: Christus ist das Licht der Welt.
Beim nächsten großen Fest, dem Pfingstfest, hängt ein rotes Tuch an Altar
und Kanzel. Rot ist Farbe der Liebe, des Feuers, des Opfers, der Tatkraft.
Das Symbol ist ein Schiff, Sinnbild für die Gemeinde.
Danach schließt sich die lange Trinitatiszeit an. Mit ihr endet am Ewigkeitssonntag
das Kirchenjahr. In der Trinitatiszeit ist das Antependium grün, die
Farbe der Hoffnung. Ihr Symbol ist ein Weinstock. (Joh 15, 1-8)
Die Paramente begleiten uns durch das Kirchenjahr. Ihre Bedeutung ist:
Schmuck, Verehrung, Reinheit, Hinweis auf Christus.
An den Sonntagen im Februar bis Mitte März werden alle unsere Paramente
im Seitenschiff zu sehen sein. Sie sind herzlich eingeladen, sich diese Tücher
einmal genauer anzuschauen. Entweder nach den Gottesdiensten oder während
der "Offenen Kirche". Für Fragen und Gespräche werden Personen bereitstehen.