Advent und Weihnachten – Hoffnung für eine verletzliche Welt

Nachricht Bramsche, 16. Dezember 2025

Der Advent ist eine Zeit des Wartens – aber nicht des leeren Wartens. In einer Welt, die von Krisen, Kriegen, Unsicherheit und wachsender Spaltung geprägt ist, fällt das Warten oft schwer. Auch in Europa erleben viele Menschen Angst vor der Zukunft: politische Spannungen, soziale Ungleichheit, Fluchtbewegungen, Einsamkeit und die Sorge um Frieden und Zusammenhalt. Gerade in diese Wirklichkeit hinein zündet der Advent ein Licht an.

Advent bedeutet: Gott hat die Welt nicht aufgegeben. Wir warten auf das Kommen Gottes, der Unrecht beim Namen nennt und Hoffnung weckt, wo Menschen sie verloren haben. Die biblischen Texte sprechen von einer Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit – einer Sehnsucht, die bis heute aktuell ist. Diese Hoffnung vertröstet nicht auf ein Jenseits, sondern verändert den Blick auf das Hier und Jetzt. Sie ermutigt dazu, wachsam zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und dem Leben zu dienen.

An Weihnachten feiern wir das Zentrum unseres Glaubens: Gott wird Mensch. Mitten in einer politisch besetzten, sozial zerrissenen Welt kommt Jesus zur Welt – nicht im Machtzentrum, sondern am Rand. Die Geburt in der Krippe ist Gottes klare Zusage: Er steht auf der Seite der Verletzlichen. Er teilt menschliche Angst, Armut und Unsicherheit. Gerade so eröffnet Gott einen neuen Weg des Friedens.

Weihnachten widerspricht der Logik von Gewalt und Abschottung. Gottes Liebe zeigt sich nicht in Stärke und Durchsetzung, sondern in Nähe, Barmherzigkeit und Hingabe. In Jesus Christus wird sichtbar, was unsere Welt – auch unser europäischer Kontinent – dringend braucht: Versöhnung statt Ausgrenzung, Wahrheit statt Angst, Hoffnung statt Resignation.

Dieses Fest lädt uns ein, neu hinzusehen: auf unser eigenes Leben, auf unsere Verantwortung als Christinnen und Christen und auf die Menschen, die unsere Solidarität brauchen. Weihnachten erinnert uns daran, dass wir gerufen sind, Licht weiterzugeben – durch Worte des Friedens, durch tätige Nächstenliebe und durch den Mut, für Menschenwürde einzustehen.

Als Kirchengemeinde St. Martin in Bramsche laden wir Sie herzlich ein, den Advent und das Weihnachtsfest mit uns zu feiern – in Gottesdiensten, Musik, Gebet und Gemeinschaft. Möge diese Zeit uns stärken, damit wir Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger sind – hier vor Ort und in einer verletzlichen Welt.

"Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns." (Johannes 1,14)

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein friedvolles Weihnachtsfest.

Joachim G. Cierpka

Superintendent

Superintendent

J. Cierpka-426-426
Joachim G. Cierpka
Kirchenkreis:

Ev. luth. Kirchenkreis Bramsche