Gründonnerstag - Tischabendmahl

von Superintendent Hans Hentschel

Tischabendmahl am Gründonnerstag 2019

in der St Martin Kirche von Bramsche

gefeiert unter Leitung von Superintendent Hans Hentschel

 

Musik

Begrüßung

Hans: Zu jedem will er kommen, der Herr in Brot und Wein … Schön, dass wir dieses Tischabendmahl miteinander feiern können. Brote sind gebacken worden … aus vielen Körnern wurde Mehl, aus dem Mehl in den Häusern unserer Gemeindeglieder wurde dieses Brot, das wir teilen. Wir werden ein anderes Mahl feiern als sonst. Werden erst essen, dann miteinander reden und dabei schon trinken, und dann trinken wir alle aus dem Kelch, der uns ahnen lässt: wir gehören auch dann zusammen, wenn wir auseinandergehen. Wir denken an Pastorin Stephanie Seger, die heute nicht dabei sein kann.

Wir erkennen: manches wird anders sein, als wir es kennen. Aber das Wesentliche bleibt. Wir sind Gemeinde Jesu Christi, an diesem Tag, an dem er verraten ward.

Musik mit Gitarre

Hille: Wir sitzen um  einen Tisch.

Das Fest, das das Volk Israel feiert heißt Passa.

Es erinnert an die Geschichte Gottes mit seinem Volk.

Die Leute sind Sklaven in Ägypten und Gott lässt ihnen durch Mose und seinen Bruder Aaron sagen, dass die Tage der Knechtschaft gezählt sind. Gott hat den König von Ägypten gezwungen, die Menschen frei zu lassen, die als Nachkommen Jakobs und Josefs in Ägypten leben.

‚Lass mein Volk in die Freiheit ziehen …‘ forderte Gott und weil der Pharao sich herzverstockt weigerte, diese Forderung zu erfüllen, kamen zehn Plagen über Ägypten. Während der letzten ging ein Todesengel durch die Straßen Ägyptens, tötete jedes Erstgeborene und verschonte jeden, der vom Blut eines Lammes geschützt wurde, das das Volk Gottes auf die Rahmen seiner Haustüren gemalt hatte.

Hans: Darum isst das Volk Gottes jedes Jahr zum Passafest Lamm. Denkt an die Befreiung und denkt daran, dass der Todesengel die blutbemalten Häuser verschonte, passierte …

Wir denken daran, dass Jesus Christus uns vom Tod befreit und zum ewigen Leben führt.

Unsere stolze Welt wird ganz klein und demütig wenn klar wird: wir wehren uns nicht gegen die Todesengel dieser Zeit, sind beteiligt daran, dass tausend Ungerechtigkeiten das Gesicht dieser Erde prägen. Darum bitten wir den Christus Gottes, unseren Herrn Jesus: Komm in unsre stolze Welt, Herr, mit deiner Liebe Werben.

Lied freiTÖNE 166, 1  - 5 ‚Komm in unsre stolze Welt …‘    

Entzünden der Kerzen

Annegret: Diese erste Kerze wird angezündet. Ihre Flamme brennt für das Licht der Freiheit, in die Gott seine Leute führen will. Niemand muss sich gefangen und gefesselt fühlen. Alle Kinder Gottes dürfen vom gelobten Land träumen, in das Gott führen wird.

Ulrike: Die zweite Kerze wird angezündet. Ihre Flamme brennt für das Licht der Liebe, das Christus denen bringt, die Gott lieben. Alle Dinge – so lautet die Verheißung  - werden denen, die von geliebt sind zum Besten dienen.

Annegret: Die dritte Kerze wird angezündet. Ihre Flamme brennt für die Wahrheit dessen, was von Christus gesagt wird. Er hat sich erniedrigt und hat auf alle göttliche Machtverzichtet, damit die erhöht werden können, die Strafe verdient hätten: Wir …

Ulrike: So feiern wir dieses Abendmahl am Gründonnerstag im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Ulrike: Gebet: Wir beten:  

Heiliger Gott, wir lassen uns von deinem Sohn einladen, um am gedeckten Tisch deiner Liebe als eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern zusammen zu sein. Wir bitten dich, dass deine Liebe uns dazu bringen wird, dass wir Gebeugte stärken, Schwachen beistehen und Leidenden Trost geben. So hat es dein Sohn, unser Bruder, Jesus Christus gewollt und so wollen auch wir es um seines Leidens und Sterbens willen.

Als Gemeinschaft, die sich um diesen Tisch und um das Kreuz versammelt beten wir: Komm, Herr Jesu, sei du unser Gast und segne du uns und was du uns bescheret hast. Amen   

Amen

Lied freiTÖNE 167, 1 – 4 ‚Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen …‘

Andrea: Warum sitzen wir beisammen?

Ulrich: Weil wir daran denken, wie Jesus mit seinen Jüngern die letzten Stunden erlebte.

Andrea: Wieso waren es seine letzten Stunden?

Ulrich:  Weil Jesus in der Nacht von Donnerstag auf Freitag festgenommen und dann gekreuzigt wurde.

Andrea: Kennst du die Geschichte?

Ulrich: Ja, ich kenne sie.

Andrea: Woher kennst du die Geschichte?

Ulrich: Ich kenne sie aus den Evangelien des Matthäus, des Markus, des Lukas und des Johannes.

Andrea: Erzählst du sie?

Ulrich: Bevor sie erzählt wird soll der Friede Gottes an diesem Tisch Platz nehmen.

Andrea: Wie geht das denn?

Ulrich: Man gibt sich ein Zeichen des Friedens und sagt: Friede sei mit dir! So geht das.

Andrea: Was ist ein Zeichen des Friedens?

Ulrich: Ein Händedruck, ein Aufstehen, ein Lächen, … da gibt es viele Möglichkeiten.

Andrea: Fang Du an!

Ulrich: Friede sei mit dir!

Andrea: Und jetzt alle?

Ulrich: Ja. Alle! Gebt euch auch ein Zeichen des Friedens

Zeichen des Friedens

Musik mit Gitarre

Hans: Und nun erzählen wir die Geschichte der letzten Nacht…

Hille: Um Jerusalem herum war es geschäftig wie in einem Bienenkorb. Die Menschen waren aufgeregt vor den Tagen des großen Passafestes, das an den Auszug aus Ägypten erinnert. Fromme Menschen beginnen sich zu erinnern, wie es ihnen von Damals seit so vielen Generationen erzählt wird. ‚Wir waren wie tot in Ägypten, Sklaven und Arbeitstiere. Da hat Gott uns befreit …‘. Die Frauen bereiten tausend Dinge vor, die zum Passafest gehören: Essen, Trinken, Blumen, Fensterschmuck. Gästezimmer werden hergerichtet. ‚Nur noch zwei Tage bis zum Fest. Schon Donnerstag.‘ So stellen es die einen erschrocken fest, weil noch so viel zu tun ist und so stellen es die anderen fest, weil sie es kaum erwarten können.

Eva: Hohepriester und Schriftgelehrte aber freuen sich in diesem Jahr nicht ungetrübt. Dieser Wanderprediger, von dem manche annehmen, dass er der Messias sei, der Retter, den Gott schickt, dieser Jesus aus Nazareth sorgt immer wieder für Ärger und jetzt für Nervosität vor dem Fest. ‚Wenn wir ihn nur los werden könnten …‘.

Da steht einer von den Freunden dieses Jesus vor der Tür. ‚Ihr könnt ihn haben,‘ sagt der. ‚Ich werde dafür sorgen, dass ihr ihn noch vor dem Fest festnehmen könnt.‘ Der Name dieses Mannes, der mit Jesus zog: Judas Ischkariot.

Hille: Jesus indessen steckt auch Jesus in den Vorbereitungen für das Fest. Die Jünger Petrus und Johannes haben einen Raum gefunden, in dem Jesus uns seine Zwölf gemeinsam das Passalamm essen können.

Und als es Abend wird haben sich alle versammelt. Jesus hält eine kleine Ansprache an alle seine Freunde, die mit ihm um den Tisch sitzen.

‚Für mich ist es wichtig, dass wir hier zusammen sitzen, dass wir zusammen an Gottes große Taten denken, dass wir miteinander feiern und miteinander essen. Jetzt wird es ernst! Ihr wisst, dass man mich aus dem Weg haben will. Noch vor dem Fest werden sie kommen, um mich zu holen. Es ist das letzte Mal, dass wir so beisammen sitzen. Ich werde sterben.‘

Eva: Die Jünger sitzen betreten da und schweigen. Sie können nicht fassen, was der Freund da sagt. In das Schweigen hinein nimmt Jesus das große Brot, das in der Mitte des Tisches liegt, betet: ‚Vater hab Dank für Speis und Trank‘, zerbricht das Brot in viele Teile und sagt: ‚Viele Teile ergeben ein Ganzes. Wir alle zusammen sind eine Gemeinschaft. Jeder ist so wie er ist und doch ist sein Leben mit dem Leben der anderen verwoben. Wenn wir jetzt essen, dann behaltet dieses Abendmahl in guter Erinnerung. Behaltet in Kopf und Herz, was meine Nähe ausmacht und dann werdet ihr jedes Mal wenn ihr so zum Essen zusammenkommt und an mich denkt bemerken, dass es genauso sein kann wie heut. Es wird so sein, als säße ich unter euch.‘

Hans: Dann wird das Brot verteilt und alle greifen zu.

Paulus schreibt: Unser Herr Jesus Christus in der Nacht da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s, gab‘s seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset. Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis.

Christi Leib für dich gegeben

Lied freiTÖNE 104, 1 – 3  ‚Menschen gehen zu Gott …‘

Tischgemeinschaft – evtl. Musik

Hans: Nachdem  alle gegessen und getrunken hatten, sah Jesus sich in der gesprächigen Runde um, nahm einen der großen Becher, die mit dem Saft vom Gewächs des Weinstocks  gefüllt waren, hob den hoch und sagte in die munter plappernde Runde hinein: ‚Wenn ihr in eurer Gemeinschaft gegessen habt dann trinkt auch noch alle aus einem großen Kelch, der euch zeigt, wie sehr ihr zusammen gehört. Wenn ihr das tut und wenn ihr so beisammen seid und selbst wenn ich nicht sichtbar unter euch sein werde, dann erinnert ihr euch, dass ihr immer wieder an der Liebe zum anderen scheitert. Falsches Denken und falsches Tun gehört zu eurem Leben, aber Gott wird vergeben, was falsch gedacht und falsch getan wurde. Mit meinem Leben und mit meinem Sterben bürge ich für das Geschenk des neuen Anfangs, den euch die Entschuldigung von Gottes Seite her gewährt. Der Kelch der Gemeinschaft  des neuen Anfangs ist möglich weil mein Leben endet.‘

Hille: Die Jünger sitzen wie versteinert da, schweigen vor sich hin und dann reden alle durcheinander: ‚Jesus, du wirst nicht sterben. Wir werden noch oft miteinander essen.‘

Jesus aber nimmt den Kelch und gibt ihn in die Runde.

Paulus schreibt: Nach dem Abendmahl nahm Jesus den Kelch, dankte, gab ihnen den und sprach: ‚Nehmet hin und trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihrs trinket zu meinem Gedächtnis‘

Christi Blut für dich vergossen. .  

Lied EG 396, 1 - 3 + 6 ‚Jesu, meine Freude …‘

Hille: Als das gemeinsame Abendmahl dem Ende entgegen geht, steht Jesus auf, sagt: ‚Ich möchte beten gehen. Ich möchte in den Garten Gethsemane gehen. Wer kommt mit?‘ Und alle nicken: ‚Ich komme mit‘.

‚Ich auch.‘

‚Ich auch.‘

 ‚Wir alle gehen mit.‘

Auf dem Weg spricht Jesus die Zwölf an. ‚Es werden Dinge geschehen, bei denen Ihr nicht so selbstverständlich bei mir bleiben wollt. Man wird euch fragen, ob ihr mich kennt und ihr werdet sagen: Nein!‘

‚Niemals wird das geschehen,‘ drängt sich Petrus an die Seite Jesu. ‚Niemals!‘

Hans: … und wenn es doch geschieht, dann können wir bis heute das Gebet in die Mitte unseres Lebens stellen, das Jesus uns selbst zu beten lehrte und von dem Martin Luther sagt, dass es das Hauptgebet der Christenheit sei. Wir beten zusammen das Vaterunser.

Vaterunser

Lied EG 98, 1 – 3 ‚Korn, das in die Erde …‘

Abkündigungen

Segen

Musik mit Gitarre